Monat: September 2020

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    Wieder in Portugal

    Seit dem 8. September sind wir nun wieder in Portugal. Quer über den Golf von Cadiz ging es zunächst vom Ankerplatz bei Chipiona nach Tavira. Zwar ist die Aussicht auf genügend Platz zum Ankern eher schlecht, da fast der gesamte Bereich innerhalb der Zufahrt von Mooringbojen belegt ist, dennoch lieben wir die räumliche Nähe kleiner Fischerorte, die herrlicher Strände und Anlandemöglichkeiten im Bereich von Quatro Aguas, den vier Wässern Ria Formosa, Rio Gilao, Ribera do Almagem und dem Atlantik.

    Ankerplatz Tavira

    Wir fanden ein Plätzchen für unseren Anker mit ausreichend Raum zum Schwoien und genossen es, wieder in der Algarve angekommen zu sein. Besuche in Cabanas und Tavira, sowie ausgedehnte Spaziergänge auf den Ilhas de Tavira und Cabanas ließen die Zeit schnell vergehen. Leider bot unser Ankerplatz nicht im gesamten Schwoikreis genügend Tiefe bei der näherkommenden Herbst-Springtide. Niedrigwasser versprach dann nur noch 10 cm Wasser über SKN, beziehungsweise zu wenig für unseren Tiefgang. Grund genug, nach Culatra umzuziehen, wo wir auch für den vorhergesagten Starkwind sicheren Ankergrund erwarten konnten.

    Cabanas

    Seit dem 13. September ist Culatra jetzt unser Zuhause. Wir geniesen die Weite, den Raum am Ankerplatz, die Ruhe auf der Ilha de Culatra, den fast menschenleeren, endlosen Strand und die spätsommerliche Wärme der Algarve. Hier bleiben wir noch eine Weile!

    Sonnenuntergang bei Culatra
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    Im Sherry-Dreieck

    Straße von Gibraltar im Kielwasser.

    Am 1. September erlaubte das Wetter unsere Weiterreise in Richtung Portugal. Günstigen Strom für die Fahrt nach Westen setzt, so die einschlägige Literatur, 3 Stunden nach Hochwasser Gibraltar ein. Das war an dem Tag erst um 18.00 Uhr, es stand also einmal mehr eine Nachtfahrt an. Passte auch aus anderem Grund ganz gut, denn die großräumigen Schießgebiete südlich von Cadiz waren tagsüber aktiv.
    Die für uns beste Strömung fanden wir dann dort, wo wir sie am wenigsten erwartet hatten: Vor Cap Trafalgar setzte der Tidenstrom mit 2-3 Knoten nordwärts und schob uns, wenn auch abnehmend fast bis nach Cadiz.

    Für die kommenden Tage sollte der Levante wieder für kräftigen SO-Wind sorgen, weshalb wir im Osten der Bucht von Cadiz den Ankerplatz in der Ensenada del Aculadero anliefen. Liegt zwischen der Marina Puerto Sherry und der Mündung des Rio Guadalete mit seiner langen Mole. Die Stadt an der Mündung des Rio Guadalete ist El Puerto de Santa Maria, kurz einfach El Puerto und markiert eine Ecke des andalusischen Städtedreiecks in dem der als Sherry bezeichnete Wein hergestellt wird (mehr Info dazu auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Sherry).

    Der Sherry war zwar nicht der Grund für die Wahl des Ankerplatzes, dennoch Anlass genug, um in einer Sherry-Kellerei mehr über diesen Wein zu erfahren. Wir wählten die Bodega Gutiérrez-Colosia (http://www.gutierrezcolosia.com/), die täglich zu einem sehr anständigen Preis Führung und Weinprobe anbietet. Unser Guide machte einen erstklassigen Job. Zusammen mit der anschließenden Weinprobe wurden wir fast schon Sherry-Experten und wissen nun, wie Erde, Meer und Wein in ein Glas Fino kommen.

    Gern hätten wir unsere Sherry-Kenntnisse in Sanlucar de Barrameda, der zweiten Stadt des erwähnten Dreiecks weiter vertieft, ein Nachmittag mit Horden von Jetski-Fahrern im Rio Guadalquivir, wohin wir am 6.9. verlegten, verbunden mit Schwärmen von Mücken ab Sonnenuntergang, verdarben uns dann aber komplett die Lust darauf. Das Gefühl genug Spanien genossen zu haben überwog und wir nutzten am 8.9. die Wetterlage für einen Schlag über den Golf von Cadiz zurück nach Portugal.
    Zu guter Letzt noch etwas positives zur Mündung des Guadalquivir: Nach der negativen Erfahrung am Ankerplatz gegenüber des Ortes Bonanza verlegten wir am Montag, dem 7. September vor den Hafen von Chipiona. Dort kann man vor östlichen und südlichen Winden recht geschützt ankern und das Dinghy auch Motor leicht anlanden. In der Marina fanden wir ein hervorragendes Restaurant, wo wir unseren 30. Hochzeitstag gebührend feierten. Gutes Essen zu vernünftigen Preisen, und vom super-freundlichen Personal die Corona-Regeln vorbildlich umgesetzt.

    Weitere Bilder findest du im Fotoalbum.

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    Gibraltar

    Bei unserem nun zweiten Besuch in der Bucht von Gibraltar wollten wir unbedingt auch Gibraltar selbst einen Besuch abstatten. Die Wettervorhersage sprach von Starkwind, mal aus Ost, dann aus West, und ohne Kenntnis über die Bedingungen am Ankerplatz vor La Línea zogen wir es vor, in die Marina Alcaidesa zu verlegen. Ist günstig und nur 500m vom Grenzübergang nach Gibraltar entfernt. Auch tat es gut, unser Zuhause wieder einmal gründlich mit Süßwasser abzuwaschen. Die Marina Alcaidesa hat uns gut gefallen. Alles sehr sauber und sicher, Supermarkt (Mercadona) gut erreichbar und natürlich ein erstklassiger Ausblick auf den Felsen von Gibraltar.

    La Línea de la Conceptión. Eine der schöneren Ecken…

    In La Línea de Conceptión selbst sind die Spanier weitgehend unter sich. Touristen dürften sich wohl nur dann und wann auf dem Weg nach Gibraltar ins Zentrum verirren, welches auf uns keinen besonders hübschen Eindruck machte.

    Gipfelüberschreitung und immer noch fit 😉

    Am 29.08. war für uns Wandertag. Nach dem Frühstück ging es über die Grenze ins Britische Überseegebiet Gibraltar und dort zunächst zum Upper Rock Nature Reserve. Der Naturpark war seit 1. August wieder ohne Beschränkungen (Covid-19) offen. Die Option als reiner Wanderer für 3 GBP den Felsen zu erwandern ist übrigens ersatzlos gestrichen worden. So mussten wir also am gut bewachten Zugang 17 GBP pro Person abdrücken, konnten dafür aber alle Attraktionen betreten. Gigantisch sind die Ausblicke, die man von oben in alle Himmelsrichtungen bekommen kann. Allein dafür lohnt sich schon der Eintritt. Der Rest ist ganz ok und die Affen natürlich putzig…

    Gibraltars Berberaffen. Immer wieder putzig…

    So ein Tag macht hungrig! Grund genug im Anschluss in der City noch eine anständige Portion Fish & Chips zu verputzen. Den fanden wir im sehr britischen und ganztägig geöffneten „The Clipper“.
    Noch ein kurzer Nachtrag zur Marina Alcaidesa: Bei technischen Problemen findet man bei der Marina für alles entsprechende Dienstleister, bis hin zur Werft mit 75-Tonnen-Kran. Wir bekamen endlich unser Dinghy repariert, an dem sich auf über 20 cm an einer komplizierten Stelle die Nähte gelöst hatten. Kurzfristig, flexibel und mit gutem Preis-Leistungsverhältnis (MH-Yachtpreserve).

    Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

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    Zurück zum Atlantik

    Menorca im Kielwasser, Kurs West.

    Unser erster Schlag von den Balearen zurück nach Gibraltar und in den Atlantik führte uns nach Ibiza/Formentera. 159 Seemeilen, fast komplett unter Segel, mit raumem Wind und deswegen eher langsam unterwegs. Nach 36 Stunden erreichten wir am Freitag, 21. August, um 4 Uhr morgens die Bucht von Ses Salines auf Ibiza. Lag gut geschützt vor dem östlichen Wind und Schwell. Obwohl wir unseren Anker sauber in Sand eingegraben hatten, vertrieb uns am folgenden Vormittag eine Park-Mitarbeiterin vom Ankerplatz. Auch die Kette dürfe keinesfalls das heiligen Posidonia berühren können. Machte nichts, der Wind, jetzt aus Südwest, stand ohnehin in die Bucht und wir verlegten an Formenteras Ostküste, für eine Nacht an die Bahia Tramontana, dann nach dem Umrunden der Ostecke Punta des Far, an den Südstrand Formenteras. Wir waren froh, hier noch einmal Anker werfen zu können, denn Strand und das türkisfarbene Wasser waren wirklich sehenswert und für das Partyvolk zum Glück zu weit entfernt für einen Kurztrip.

    Formenteras Südküste. Schönstes Türkis der Balearen…

    Die Südküste war für uns auch idealer Startpunkt für den nächsten Schlag Richtung Gibraltar. Cabo de Palos und Cabo de Gata waren grob unsere geplanten Wegpunkte, mit dem Ziel bei Almeria eine Pause einzulegen. Am Sonntag, 24. August ging es los, am Mittag des dritten Tages lag Cabo de Gata querab und die Bucht von Almeria vor uns. Ein Wettercheck ließ befürchten, dass eine Pause bei Almeria länger dauern könnte. Eine Starkwindperiode zeichnete sich ab, mit wenig Möglichkeiten, die Alboransee sicher und in einem Stück durchqueren zu können. Auf eine weitere Woche Hitze wollten wir gern verzichten, ließen die Bucht von Almeria an Steuerbord liegen und bleiben auf Westkurs. Immer schön an der Küste entlang, in der Hoffnung dort eine gegenläufige Strömung zur zum Teil kräftig nach Ost setzenden Strömung in der Alboransee zu finden. Die Rechnung ging auf! Entlang des spanischen Festlandsockels setzte der Strom tatsächlich mit einem halben bis einem ganzen Knoten westwärts. Trotz des etwas längeren Wegs brauchten wir ungefähr die gleiche Zeit von Cabo de Gata nach Europe Point wie 5 Wochen zuvor auf unserem Weg zu den Balearen.

    Eddies in der Alboransee schieben uns Richtung Gibraltar.

    Nach 4 Tagen und 3 Nächten fiel am Mittwoch, 27. August um 19.30 Uhr unser Anker in der Ankerbucht bei La Linea. Den Atlantik konnten wir beim Umrunden des Europe Points von Gibraltar aus schon sehen.
    La Línea de la Conceptión und Gibraltar wollen wir etwas genauer ansehen, das nächste Wetterfenster für die Straße von Gibraltar öffnete sich ohnehin erst in einigen Tagen.

    Gibraltar vor uns, nach 4 Tagen und 3 Nächten.

    Weitere Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.