Monat: Mai 2019

  • |

    Heimatrevier achteraus

    Wir haben die uns so vertraut gewordene Ostsee hinter uns gelassen. Am späten Nachmittag des 22. Mai schloss sich hinter uns das Tor der Schleuse Kiel Holtenau und damit erst einmal das Kapitel Ostsee-Segeln.
    Die Tage vor der Einfahrt in den Kiel Kanal verbrachten wir vor Anker im Plüschow-Hafen, genossen die Sonne, wenn sie denn schien, und sorgten für ausreichend Proviant für den bevorstehenden Revierwechsel. Am 22. nahmen wir dann noch im Kieler Hafen Hörn als drittes Crewmitglied Anja für die Passage durch den Kanal an Bord. Dort ließen wir uns Zeit und unterbrachen die Fahrt im Flemhuder See und vor der Schleuse des Gieselaukanals. In Brunsbüttel angekommen, hatten wir die Ehre als einziges Boot in der südlichen Kammer ausgeschleust zu werden. Etwa eine Stunde ging es dann gemächtlich gegen den nachlaufenden Strom Elbe aufwärts, bevor uns der Flutstrom erfasste und zu unserer ersten Destination im neuen Revier spülte: Hamburg. Unser Plotter registrierte 10,2 kts SOG. Willkommen im Tidenrevier. Spannend.

    Wir bleiben einige Tage hier in Hamburg, zunächst im City-Sporthafen, mit Blick auf die Elb-Philharmonie, später im Rüschkanal um unsere nächste Etappe nach Bremen vorzubereiten.
    Was waren die Highlights bis hierher? Wir notieren: Die Idylle im Gieselau-Kanal, unterbrochen nur von „Kanaltsunamis“ und dem Klappern der Holzbohlen der Klappbrücke über den Kanal. Das erste Grillen der Saison. Wildwechsel im NOK – fast hätten wir ein Reh überfahren. Ernsthaft! Die spektakuläre Kulisse des City-Sporthafens Hamburg. Der Fischmarkt.

    Bilder der Etappe Kiel – Hamburg findest du im Fotoalbum, Zahlen zum Törn hier.

  • |

    Tage auf der Schlei

    Die Schlei war das Revier der Wahl um uns und DANJA weiter für die große Fahrt vorzubereiten, außerdem stand natürlich Familienbesuch auf der Agenda. Kappeln bietet beste Versorgungsmöglichkeiten bei kurzen Wegen, die Hafengebühren im Gästehafen der Stadt Kappeln sind absolut ok. Für jeden Wind bietet die Schlei darüber hinaus geschützte Ankerplätze.
    Die To-Do-Liste ist etwas kürzer geworden. So haben wir jetzt einen weiteren Feuerlöscher an Bord, die Duscharmatur ist erneuert, das NAVTEX Gerät funktioniert, der Barograph ist angeschlossen, der Dieseltank ist randvoll, neue Festmacher an Bord, der Wassermacher getestet und wieder konserviert und so weiter und so fort.
    Am 19.05. verließen wir unseren letzten Ankerplatz im Wormshöfter Noor mit Ziel Kiel Förde und NOK. So langsam aber sicher geht es richtig los..

    Bilder von Kappeln und der Schlei im Fotoalbum.

  • |

    Was lange währt…

    Länger als ursprünglich gedacht dauerte letztlich unser Werftaufenthalt in Travemünde. Erst am letzten April-Tag konnten wir die Leinen loswerfen und unser Langfahrt-Vorhaben antreten. Eine ungewohnt heiß werdende Wellendichtung ließ uns jedoch den Schlag nach Fehmarn noch vor Dahmeshöved abbrechen, um der Ursache für das heißlaufen auf den Grund zu gehen. Nach Rückrufen bei Werft und Hersteller SPW legten sich Aufregung und Frust über das Umkehren etwas, nach mehreren Aufwärm- und Abkühlzyklen und einem minimalen Lösen des Packungs-Anpressdrucks erreichten wir am Abend wieder unseren Ausgangshafen Travemünde – mit einer handwarmen Wellendichtung. Wir waren also nicht wirklich weit gekommen, aber immerhin das Problem los. Auch blieben wir dem Hafen fern und ankerten lieber vor Priwall, mit der festen Absicht, am kommenden Morgen erneut gen Norden aufzubrechen.

    Am ersten Mai segelten wir sodann bis Fehmarn, wo wir in der Orther Bucht vor Anker gingen – und drei Tage eingeweht blieben. Stürmischer Wind aus West ließ uns davon Abstand nehmen, nach Kiel oder Kappeln weiter zu segeln. Anker-Starkwind-Test für Schiff und Crew. Bis 8 Bft war alles dabei, die Nächte entsprechen unruhig. Erst am 4. Mai änderten sich Stärke und Richtung des Winds und wir konnten unsere Reise nach Kappeln/Schlei fortsetzen. Dort werden wir neben Familienbesuch die lange Liste kleiner Projekte abarbeiten, bevor wir in der letzten Maiwoche via NOK zu neuen Ufern aufbrechen.

    Die Ursache für die Vibrationen an der Antriebswelle wurden übrigens gefunden. Der Beta-Marine ist etwas kürzer als der OM 636. Auch aufgrund des neuen, deutlich größeren Propellers, schwingt die Welle etwas mehr, was bei dem sehr geringen Spiel der 30mm-Welle im Flansch der Wellendichtung dazu führte, dass die Welle von innen bei Last und Drehzahl den Flansch berührte. Der Innendurchmesser des Flansch wurde leicht vergrößert, die Ausrichtung des Motors und der Welle noch einmal getunt und das Problem damit (hoffentlich) dauerhaft behoben.

    Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.