SY Danja

Willst du segeln gehen, musst du erst die Leinen lösen…

SY Danja random header image

Viana do Castelo

September 24th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Wechsel der Gastlandflagge: Portugal

Portugal ist unser Reiseziel für das erste Langfahrtjahr. Mit Viana do Castelo erreichten wir am 16.09. unseren ersten portugiesischen Hafen auf eigenem Kiel. Wie schon von anderen Seglern oft beschrieben, fordert der Slalom um die vielen Fischernetze vor der Küste stete Aufmerksamkeit. Vor Viana do Castelo erwischte es uns dann doch: Kein Netz oder so, aber ein Gebilde aus zusammengebundenen Plastikplanen, welches wohl einen guten Meter unter der Oberfläche auf uns gewartet hatte. Zwar drehte die Schraube noch, insbesondere im Rückwärtsgang klang das aber gar nicht gut. Blieb nur der Tauchgang vor der Hafeneinfahrt um für Klarheit – und einen freien Propeller – zu sorgen. Den Plastikmüll entsorgten wir später im Hafen und hoffen, dass uns so was in Zukunft erspart bleibt.

Plastikmüll

Das Sommerwetter hatten wir unterwegs tatsächlich zurückgelassen, Portugal begrüßte uns mit Regen. Die Begrüßung durch das Marinapersonal fiel dafür um so freundlicher aus, man half beim Anlegen und reichte die Hand mit einem herzlichen „Welcome to Viana do Castelo!“
Gänzlich ungewohnt spazierten wir anschließend mit Schirm und Regenklamotten durch die nasse Altstadt und genehmigten uns schließlich in der Churrascaria Zefa Carqueija eine Portion Grillhähnchen.

Anfahrt auf die Marina

Da sich vorerst keine Wetterbesserung abzeichnete, wollten wir gleich am nächsten Tag wieder weiter. Schade eigentlich, denn das, was wir in der kurzen Zeit von Viana do Castelo sahen, hätte auch zu längeren Verweilen eingeladen.

Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

→ No CommentsTags: ···

Ria de Vigo

September 19th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Wir verbrachten über eine Woche in der Ria de Vigo, deshalb hier noch einmal ein kleiner Nachtrag: Das hochsommerliche Wetter blieb uns erhalten und wir zogen Sonne, Strand und Baden einem Besuch in Vigo oder Baiona vor.

Anfahrt auf Cangas.

Als Versorgungspunkt wählten wir Cangas, nur ca. 5 sm östlich der Enseada de Barra. Östlich des Hafens, vor der Praia de Rodeira kann man prima Ankern, gleich nördlich der Tankstelle befindet sich eine Bootsrampe mit Schwimmponton, wo man super mit dem Dinghi anlanden kann. Cangas ist sehr „spanisch“, Touristen sind kaum zu sehen. Die Versorgung klappt bestens, Waschsalon, Supermarkt und Markthalle liegen gleich beim Hafen, in der Altstadt gibt‘s nette Restaurants und Bars. Zwei mal steuerten wir Cangas an, um anschließend wieder an die Praia de Barra zurückzukehren.

Weiterer Höhepunkt war für uns der Besuch der Islas Cies. Die Anmeldung und Freigabe für das Ankern dort läuft über‘s Internet schnell und problemlos. Wir lagen an der Praia das Rodas vor Anker, ruderten mit dem Dinghi an den Strand und wanderten zum Leuchtfeuer Monte Faro. Das Panorama von dort oben, immerhin 636 m hoch, ist spektakulär. Allein ist man auf den Islas Cies allerdings nirgendwo. Dafür sorgen die zahlreichen Ausflugsboote, die bis in den frühen Nachmittag pausenlos Besucher anlanden.

Islas Cies, Praia de Rodas.

Am Sonntag, 15.09. zeichnete sich aus unserer Sicht ein Ende der Schönwetterphase ab und wir beschlossen, uns auf den Weg nach Portugal zu machen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Baiona lenkten wir unsere Danja am 16.09. ums Cabo Sileiro in Richtung Portugal.

Sonnenuntergang an der Praia de Barra.

Weiter Bilder gibt’s wie immer im Fotoalbum.

 

→ No CommentsTags: ····

Rias Baixas

September 9th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Als Rías Baixas werden die vier großen Buchten südlich Finisterra bezeichnet. Von Nord nach Süd sind das die Ría de Muros, Ría de Arousa, Ría de Pontevedra und Ría de Vigo. Bei jedem Wind und Wetter finden sich schützende Häfen und Buchten, felsige Küstenabschnitte, die uns an die Schären Westschwedens erinnerten, wechseln sich ab mit weißen Stränden und bewaldeten Hügeln, kleinere oder größere Ortschaften dazwischen komplettieren das Panorama.

Enseada de Muros.

Eine weitere, gemeinsame Eigenschaft ist die geografische Ausrichtung nach Nordost. Und von da bläst im Sommer ein teilweise kräftiger Wind. Für unseren Aufenthalt hier war er bestimmend. Er bescherte uns stabiles, sommerliches Wetter, schränkte die Ankerplätze aber auf die jeweils nördlichen Küstenabschnitte ein und sorgte zudem für einige unruhige Nächte. (Negativer) Spitzenreiter hier für uns die Ría Arousa, wo der Wind nächtens in der Enseada Sur de San Xulian in Boen mit über 40 Knoten blies. Für die jeweiligen Schläge zur nächsten Ría sorgte der Nordoster natürlich für bestes Vor-dem-Wind-Segeln, bei dem immer wieder unser Passatsegel zum Einsatz kam.
Zurzeit liegen wir in der Ría de Vigo in der Enseada de Barra vor der Playa de Barra in herrlicher Kulisse des Landschaftschutzgebiets: Pinienwälder, weißer Strand, türkisfarbenes Wasser. Ein echtes Träumchen. War es gestern, am Sonntag richtig voll, liegen heute nur noch eine Handvoll Fahrtensegler in der Bucht.
An der Stelle muss noch ein bisschen lästern sein: Der Strand, Teil des Landschaftschutzgebiets trägt stolz das Banda Azul für die Wasserqualität, die European Environment Agency bestätigt seit 2008 exzellente Badewasserqualität. Das lockt am Wochenende tausende Badegäste und viele, viele Boote in die Bucht und Strandbars. Toiletten gibt es, abgesehen von einem Toilettenhäuschen am östlichen Anfang des Strandes (je ein Topf für Männlein und Weiblein) keine. Gar keine. Auch nicht in den Strandkneipen. Wir haben nachgefragt.

Praia de Barra, Ria de Vigo

Unsere Stationen bis hierher:
– Muros: Wir ankerten im Norden der Enseada de Muros und schauten uns den Hafen nur mit dem Dinghi an. An der Bootsrampe gleich nördlich des alten Hafenbeckens lässt sich auch bei strammem NO-Wind gut anlanden. Neben zahlreichen Kneipen und Restaurants gibt es zwei Supermercados Gadis. Einer südlich der Marina, von Yachties stark frequentiert, ein weiterer am südlichen Ende der Flussmündung beim Salzmuseum. Besser sortiert, aufgeräumter und gefühlt auch billiger. Dort nebenan liegt übrigens ein Waschsalon (18 kg-Waschmaschine für 4 EUR!). Der nördlich des Ankerplatz liegende Monte Laxeiras lädt zum besteigen ein. Gigantische Aussicht vom Cruz de Pelos aus.
– Isla de Arousa, San Xulián: Wir verließen Muros um die Mittagszeit und erreichten die Ría de Arousa erst am Abend. In der Nacht wurden wir so durchgepustet, dass wir uns mit Tagesanbruch entschieden, in die Ría de Pontevedra weiter zu segeln. Der Ankergrund in der Enseada Sur de San Xulián hielt bis 9 Bft.
– Portonovo, Ría de Pontevedra: Zu Beginn und im Norden der Ría gibt es zwei Häfen: Portonovo und Sanxenxo. Dazwischen liegt die Praia de Silgar. Hier kann man ebenfalls gut und geschützt vor dem NO-Wind ankern. Sanxenxo ist ein touristischer Hotspot. Und in der Saison sehr laut. Das Marina Village von Sanxenxo beherbergt einen Jahrmarkt und Discos. Die Bucht wird gut beschallt. Portonovo ist etwas ruhiger, die vielen Ausflugsboote sorgen aber für Bewegung im Hafen. Wir blieben nur zwei Nächte.
– Enseada de Barra, Ría de Vigo: Siehe oben.

Islas Cies am Horizont. Blick von der Praia de Barra nach Südwesten.

Weitere Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Muros – Isla de Arousa – Portonovo/Sanxenxo – Enseada de Barra, 60 sm, 1981 sm in der Segelzeit, 8592 sm gesamt.

→ No CommentsTags: ·····

Rías Altas und Costa de la Muerte

September 1st, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Die Großwetterlage für Galizien blieb nach unserer Ankunft in Spanien stabil. Ein kräftiges Azorenhoch sorgte weiterhin für nördliche oder nordöstliche Winde und erlaubte Tagestörns entlang der galizischen Küste, zunächst mit dem klangvollen Namen Rías Altas, dann von La Coruna bis Cabo Finisterre, als Costa de la Muerte.

Cabo Finisterra, früher das Ende der Welt, bis heute Ende des Jakobswegs.

Die Landschaft ist beeindruckend, zahlreiche Buchten bieten Schutz vor der immer vorhandenen Dünung und ruhiges Liegen am Anker. Sicherlich könnte man den gesamten Sommer hier verbringen, uns treibt es jedoch weiter. Die Costa de la Muerte, deren Name sich nicht mit gemütlichem Segeln in Verbindung bringen lassen will, wollen wir vor September hinter uns gebracht haben.
Am 26. August verließen wir deshalb die Ria de Viveiro, am 31. August erreichten wir mit Muros die Rías Baixas, unser Reiseziel für den Monat September. Neben dem Zeitplan trieb uns auch die Wettervorhersage: Für die erste Septemberwoche ist vor Finisterre Starkwind bis 8 Bft vorhergesagt.
Heute, Sonntag, 1. September, liegen wir nun gegenüber des Hafens in der Ensenada de Muros und sind trotz – oder gerade wegen der Böen, die bis Stärke 7 über das Ankerfeld fegen froh, nicht auf offener See unterwegs zu sein.
Unsere Stationen bis hierher:

 

– Cedeira: Die Ria Cedeira bietet südlich des Mouringfelds ausreichend Platz zum Ankern auch für eine größere Zahl von Yachten. Der Ort Cedeira machte trotz des trüben Wetters einen guten Eindruck, unser Dinghi blieb jedoch an Deck, am Morgen ging es weiter Richtung La Coruna.
– Ensenada de Mera: Am späten Nachmittag einen Hafen wie La Coruna anzulaufen, ist aus unserer Sicht bei den hohen Liegegebühren der Hauptsaison Verschwendung. Wir entschieden deshalb zunächst Mera, 3 Meilen gegenüber La Coruna anzulaufen. Die Bucht bietet bei Wind aus NW bis O ruhiges und schönes Liegen vor Anker. Im Ort gibt‘s einen kleinen Supermarkt, an der Praia de Espineiro ein uriges Strandlokal.
– Marina Real in La Coruna: Wir gaben der Marina Real Vorzug vor der Marina Coruna, waren dann aber, abgesehen von der Lage im Stadtzentrum wenig begeistert. Die Sanitären Anlagen sind für die große Zahl der Gastlieger zu klein und unzureichend gereinigt, die Maschinen im Waschsalon funktionieren nur zum Teil und gehören vom Typ her eher in einen Privathaushalt, als in eine Marina. Am nervigsten empfanden wir den Schwell, der auch durch die Nacht hindurch für sehr unruhiges Liegen sorgte. Tagsüber verursacht durch Ausflugsboote und Dauerlieger, für die das Speedlimit offenbar nicht gilt, in der Nacht allerdings auch nicht weniger, Ursache unbekannt. Das negative I-Tüpfelchen setzte dann ein Kreuzfahrtschiff, das am Morgen auf der Südseite der Mole der Mariana Real festmachte und mit seinen wummernden Maschinen für Lärm und Feinstaub sorgte. La Coruna ist auf jeden Fall einen Stopp wert, die Marina Real weniger.
– Corme: In der NO-Ecke der Ría de Corme y Laxe. Wir lagen bei N bis NO Wind sehr ruhig hinter der gewaltigen Mole, auch hier hat uns das Örtchen gut gefallen und wir wären gern an Land gegangen, hätte uns nicht der vorhergesagte Starkwind weitergetrieben. Als Highlight empfanden wir das stündliche, wunderschöne Glockenspiel der Kirche von Corme. Der Raum zum Ankern ist begrenzt, bis 10 Yachten kommen aber sicherlich gut unter.
– Camarinas: In der NO-Ecke der Ría de Camarinas. Rießiges Ankerfeld und ein kleiner Yachthafen. Wir lagen mit fast 30 Yachten in der Bucht, die, wenn das Wetter es erlaubt, mit Ausflügen in herrlicher Landschaft lockt. Aus bekannten Gründen mussten wir weiter, wie übrigens alle anderen Ankerlieger auch. Eine wahre Segelyacht-Armada brach am Morgen in die südlich von Finisterre gelegenen Buchten auf, wir mittendrin.

Weiter Bilder findest du wie immer im Fotoalbum.

Für die Statistik: Viveiro – Cedeira – Ensenada de Mera – La Coruna – Corme – Camarinas – Muros, 157 sm, 1921 sm in der Segelzeit, 8532 sm gesamt.

→ No CommentsTags: ····

Biskaya

August 25th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Am 11. August verließen wir Lorient in Richtung Belle Île en Mer, wo wir auf das passende Wetter für die Überquerung der Biskaya warten wollten. Wir entschieden uns vor Le Palais zu ankern, sicherlich nicht der ruhigste Liegeplatz von Belle Île, dafür aber bestens geeignet für die täglichen Versorgungfahrten mit dem Dinghi. Auch unsere Falträder kamen für eine lange Radtour via Sauzon zum Pointe des Poulains an der Nordwestspitze der Insel zum Einsatz. Belle Île em Mer ist ein touristischer Hotspot. Gemäß Wikipedia fallen in der Saison 20.000 Gäste über die Insel her. Die Chance, dann noch einen echten Insulaner zu finden, sinken rechnerisch auf 1:4. Alle Gäste müssen durch den Hafen von Le Palais, es ist also immer was los da.

Wir verlassen Belle Ile en Mer und Le Palais in Richtung Spanien.

Am Sonntag, den 18. August passte dann aus unserer Sicht das Wetter für die Querung der Biskaya. Zunächst 3-4 Bft aus NW, dann, ab dem zweiten Tag, auf NO bis O drehend. Das ganze stabil für die gesamte Woche. Die GRIB Daten erwiesen sich für die Wetterlage als sehr genau und auch am vierten Tag unserer Überfahrt noch als zutreffend. Wir nahmen Kurs auf Cabo de Penas, mit dem Ziel entweder Gijon anzusteuern, oder, wenn alles gut lief, nach Westen in Richtung Ribadeo oder Viveiro weiter zu laufen. In den ersten 24 Stunden schafften wir bei Halbwind fast die Hälfte der Strecke bei einem Etmal von 116 Meilen. Dann parkten wir bei 1 bis knapp 2 Bft für einen halben Tag mitten in der Biskaya und mussten lernen, uns in Geduld zu üben. Zum Trost schickte uns Neptun eine Wal-Familie zur Unterhaltung und der Tag war gerettet. Ein faszinierendes Schauspiel und völlig unerwartet. Die nachfolgenden 24 Stunden segelten wir mit Passatsegel vor dem weiter rechtsdrehenden Wind alsbald in Richtung Viveiro. Dienstag Abend mussten wir dann das Passatsegel auf die Steuerbordseite holen und unseren Kurs für die Ansteuerung von Viveiro auf raumem Kurs neu abstecken.

 

Die dritte Nacht wurde dann gaaaanz unangenehm. Der Ostwind frischte auf 20, 25, 30, in Spitzen bis 34 Knoten auf, die gegen die Dünung laufende Windsee wurde hoch und steil. Im 2-Sekunden-Takt knallte unser gesamter Hausrat bei entsprechender Krängung abwechselnd von Steuerbord nach Backbord und zurück und sorgte über Stunden für wahren Höllenlärm im Schiff. Wer gerade Wache ging saß, sich irgendwie abstützend im Cockpit und beobachtete eine Wasserwand nach der anderen, die sich aus der Dunkelheit von achtern unter unsere Danja schob und die nächste Runde durchschütteln einleitete. Den GRIB-Daten vertrauend steuerten wir mit dem auf Badetuchgröße gerefften Vorsegel in Richtung Küste (Ribadeo), wo der Wind dann auch tatsächlich wie vorhergesagt auf ein erträglicheres Maß zurückging.
Mit Anbruch des Tages und nun unter der galizischen Küste, passten wir unseren Kurs erneut an, um schließlich, 75 Stunden nach Abfahrt in der Ria de Vivero vor der Praya de Covas vor Anker zu gehen.

Wohlverdiente Ruhe vor der Praia de Covas, Viveiro.

Die Ria ist wie geschaffen zum Ausruhen nach der langen Überfahrt. Bestens geschützt vor Wind und Dünung ist kaum Bewegung im Schiff, die Kulisse der galizischen Berge mit Viveiro im Hintergrund ist einfach herrlich. Viveiro empfinden wir als äußerst sympatisches Städtchen mit optimalen Versorgungsmöglichkeiten und typisch spanischem Flair. Wir werden die kommenden Tage hier genießen, bevor wir Richtung La Coruna weiterreisen.

Weiter Bilder zu Belle Ile en Mer findest du im Fotoalbum.

Statistik: Dauer der Überquerung: 75 Stunden. Größtes Etmal: 116 sm. Größte Distanz eines Kalendertags: 107 sm am dritten Tag. Gesegelte Meilen: 333 sm. Durchschnittliche Geschwindigkeit: 4,44 kts.

→ 1 CommentTags: ····

Dreihand von Brest nach Lorient

August 11th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Die uns zur Verfügung stehenden 13 Tage bis Lorient, wo Anjas Rückreise nach Deutschland beginnt erlaubten ein gemütliches Segeln ohne lange Schläge. Auch behielten wir die Freiheit, dort länger zu verweilen, wo es uns gerade gefiel – das passende Wetter vorausgesetzt. Letzteres war alles andere als perfekt, sehr wechselhaft mit dem einen oder anderen Schauer dazu. Immerhin waren die Temperaturen ok und erlaubten hin und wieder den Sprung in den kühlen Atlantik. Auf See begegneten uns immer wieder Delfine, einige Gruppen begleiteten uns auch für kurze Zeit. Ein echtes Highight, immer wieder schön.


Raz de Sein, eines der nicht ganz einfachen Kaps im Revier, konnten wir segelnd passieren, Stopps legten wir in Audierne, Benodet, Îles de Glénan und Île de Groix ein. Zu Törn-Ende zog ein weiteres, stürmisches Tief durch, vor dem wir rechtzeitig am 8.8. in Lorient in Deckung gingen. Wir hatten rießig Glück mit unserem Liegeplatz, denn Anfang August läuft hier jedes Jahr das Festival Interceltique de Lorient. Stadt und Marina sind brechend voll. Wir ergatterten einen der wenigen Plätze an einem Finger des Besucherstegs, danach wurden Päckchen mit bis zu 6 Schiffen gebaut.


Aufgrund Wetter und Anjas Reiseplanung gibt‘s damit für uns in der Marina, mitten im Festival-Gelände, 3 Tage Dauerbeschallung gratis. Dass der nächste Ankerplatz schon auf uns wartet, tröstet darüber hinweg…

Unsere Infos zu den besuchten Orten:
Audierne: Charmantes Städtchen an der Mündung des Goyen. Es gibt eine Marina im Ort und gute Versorgungsmöglichkeiten. Wir ankerten vor Saint-Evette und besuchten den Ort mit dem Dinghi.

Benodet: Eine weitere Gemeinde in der Cornouaille/Bretagne an der Mündung des Flusses Odet. Wir ankerten eine Nacht in der Anse du Trez und verbrachten eine weitere nach einer kleinen Flussfahrt auf dem Odet in Höhe der römischen Therme Pérennou.

Îles de Glénan: Der Süd-Bretagne-Führer von Ralf und Susanne Paschold verspricht karibisches Feeling auf dem Archipel 10 Meilen vor der Küste. Mit etwas Phantasie passt das schon. Zum Glück passte Wetter und Tide und erlaubten uns die Füße in den Sand zwischen St. Nicolas und Bananec zu geben. Die Karibik behalten wir trotzdem in unserer Reiseplanung.

Île de Groix: Wir ankerten vor Les Grands Sables und erkundeten Port Tudy zu Fuß. Die Insel ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler. Die Fähre bringt stündlich viele davon nach Port Tudy. Entsprechend belebt geht es dort und im Hauptort der Insel, Le Bourg zu. Wir kehrten gern mit frischen Baguettes an Bord zurück und beobachteten das Treiben an Land von See aus…

Für die Statistik:
Brest – Roscanvel – Camaret sur Mer – Audierne – Benodet – Îles de Glenan – Île de Groix – Lorient: 131 sm, 1402 sm in der Segelzeit.

Weiter Bilder wie immer im Fotoalbum.

→ No CommentsTags: ·····

Brest

August 8th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Das Segelrevier um Brest umfasst aus unserer Sicht die äußere und innere Bucht von Brest. Für das Revier alleine könnte man locker einen Monat einplanen, wollte man alle Orte, Ankerplätze und Häfen erkunden. Soviel Zeit wollten wir uns nicht nehmen, blieben jedoch einige Tage vor Plougonvelin und Roscanvel hängen, verbrachten eine stürmische Nacht im Hafen Moulin Blanc, wo wir vom Brest Marine Service die Lichtmaschine tauschen lassen wollten (Gewährleistungsfall) und ankerten vor der Weiterreise noch bei Camaret sur Mer. Den südöstlichen Teil der Bucht sowie den Fluss Aulne, Teil des Brest-Nantes-Kanals müssen wir uns für später vormerken. Roscanvel werden wir in besonders guter Erinnerung behalten, der Ankergrund ist gut, man liegt ruhig, für das Anlanden mit dem Dinghi ist ausreichend Platz und die Grundversorgung mit der Epicerie Barr Avel im Ortszentrum gewährleistet. Der Ausflug zur Ilot des Capucins war ein kleines Highlight, sowohl wegen der phantastischen Aussicht von der Steilküste im Westen der Halbinsel, als auch wegen der idyllischen Wege durch den Naturpark Armorique, in dem auch Roscanvel liegt.

Nach 10 Tagen verließen wir, jetzt mit unserer Tochter Anja als dritte Hand an Bord am 1. August das Revier um Brest von Camaret sur Mer aus, mit Ziel Südbretagne.
An dieser Stelle, wie zuvor, noch einige Infos zu den von uns besuchten Orten:
Plougonvelin: Bade- und Ferienort im Norden der äußeren Bucht von Brest. Nördlich des Mouring-Felds vor Anse de Perzel gibt es ausreichend Ankerplatz, am Strand lässt es sich gut anlanden. Zur Versorgung muss man etwas weitere Wege gehen, Baguettes findet man jedoch auch an der Strandpromenade in der Boulangerie de la Plage. Kommt vom Atlantik Schwell von mehr als einem Meter, wird‘s am Ankerplatz unruhig und ist es Zeit in die Rade de Brest zu verlegen.


Roscanvel siehe oben.
Marina Moulin Blanc: Liegt bei gleichen Preisen natürlich nicht so zentral wie die Marina du Chateau, allerdings gehen alle 20 Minuten Busse direkt ins Zentrum von Brest (Tagesticket EUR 4,00). Bei technischen Problemen ist die Marina erste Wahl, alle möglichen maritimen Dienstleister haben sich um die Marina herum niedergelassen. Die Marina selbst ist gut organisiert, wenn auch nicht mehr ganz so toll wie im Reeds beschrieben. Eben etwas in die Jahre gekommen. Über die Rue de Verdun gelangt man auch zu Fuß ins Zentrum des Ortsteils St. Marc mit Markt, Fischladen, Supermarkt, Post usw.
Camaret sur Mer: Wir ankerten wie im Reeds beschreiben östlich der Hafenzufahrt, vorm Strand nördlich der Marina Vauban war‘s schon voll. Insbesondere dort gab‘s viel Fischererbojen, die den verfügbaren Platz deutlich einschränkten. Zu jedem Wasserstand kann man an der Bootsrampe im östlichen Teil des Hafenbeckens gut anlanden. Boulangerie, Supermarkt und Fischgeschäft findet man direkt am Hafen.

Weitere Bilder wie immer im Fotoalbum.

→ No CommentsTags: ····

Von den Kanalinseln nach Brest

Juli 23rd, 2019 · Logbuch, Segelzeit

In Brest haben wir einen Termin. Anja kommt an Bord. Zu spät kommen ist also keine Option. Unser erstes Ziel nach Guernsey war deshalb Roscoff in der Nordbretagne, nach einem weiteren Stopp in Aber Wrac‘h sollte es in die Bucht von Brest gehen. 14 Tage hatten wir Zeit, wo es uns gefiel wollten wir eventuell etwas mehr Zeit verbringen.

Die Marina in Roscoff ist genial, der Preis entsprechend, aber angemessen. Roscoff selbst ist Bretagne pur. Die Kulisse im Ortszentrum so einheitlich und perfekt herausgeputzt, dass man sich fast in einer Filmkulisse wähnt.
Aber Wrac‘h (Marina oder Fluß) ist der letzte sichere Unterschlupf vor dem Chenal du Four, die Preise entsprechend hoch. Uns gefiel es gar nicht. Lag vielleicht auch am Wetter (der erste Regen seit vielen Wochen).

Am Sonntag, 21.07. ging es deshalb zügig weiter durch den Chenal du Four in die Bucht(en) von Brest. Vor Plougonvelin gingen wir gestern, am 21. Juli vor Anker, womit wir geographisch im Atlantik angekommen sind.
Das Wetter verspricht für die kommenden Tage ruhiges Sommerwetter, Zeit also für Büroarbeit, kleinere Arbeiten am Boot und Entspannung. Nach getaner Arbeit, versteht sich…

Noch einige Infos zu den besuchten Orten:
An der Marina Roscoff ist nichts zu mäkeln. Sauberste Anlagen, Fahrräder bis 2 Stunden umsonst, großer Waschsalon, freundliches Personal, Baguette-Service im Hafenbüro. Das Einkaufen ist etwas komplizierter, der nächste Supermarkt eine ganze Ecke entfernt. Mittwoch war zum Glück Markttag am Hafen.
Aber Wrac‘h mag der letzte sichere Hafen vor dem Chenal du Four sein, uns hat‘s dort nicht gefallen. Die Marina ist teuer, ankern ist nur westlich der Marina, mitten im Fahrwasser sinnvoll. Ansonsten sind alle möglichen Ankerplätze durch Mourings belegt. Der Reeds warnt mit Recht vor den Anlagen der Austernzucht im Tidebereich des Flusses, die zugehörigen Markierungen zeigen sich zumeist erst bei Ebbe. Flussaufwärts bis Paluden liegen viele scheinbar aufgegebene Boote an zahlreichen Mouringketten, die angeblich vorhanden Gästeplätze sind nicht erkennbar. Bei Niedrigwasser müffelt es gewaltig.
Zu Plougonvelin gibt‘s zu späterer Zeit noch Infos.

Für die Statistik: Guernsey – Plougonvelin via Roscoff, Guervélin und Aber Wrac’h, 162 sm. In der Summe 1251 sm in der Segelzeit.

Weiter Bilder findest Du wie immer im Fotoalbum

→ No CommentsTags: ·····

Kanalinseln – Guernsey

Juli 22nd, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Dass uns die Kanalinseln ausgesprochen gut gefielen, hatte ich schon erwähnt. Guernsey stand als nächstes auf unserem Programm, eventuell auch noch Sark. Für die Überfahrt von Alderney nach Guernsey stand der Wind am 11.07. günstig, mit dem Strom traten wir am Nachmittag die Überfahrt an. Die verlief dann aber langsamer als erhofft und sorgte dafür, dass wir mit dem allerletzten Büchsenlicht in die Havelet Bay bei St. Peter Port einliefen. Ganz oben auf der der To-Do-Liste stand das Tanken. Für 80 Ct. pro Liter Diesel füllten wir gleich am nächsten Tag unseren Tank. Weiterhin galt es noch die Vorräte an Bord aufzufrischen, was wir erstmals mit dem Dingi bewerkstelligten. Wir blieben drei Tage in der Havelet Bay, dann vertrieb uns der auf Nord drehende Wind um die Ecke in die Moulin Huet Bay. Absolut herrlich dort. Gern wären wir länger geblieben, es deutete sich jedoch ein grundlegender Wechsel der für uns bisher günstigen Ostwinde auf westliche Winde an. Schweren Herzens verließen wir deshalb am 15.07. Guernsey und die Kanalinseln, mit dem festen Vorsatz, irgendwann wieder zu kommen.

Noch einige kurze Infos zu St. Peter Port und die Havelet Bay: Die Ankerbucht wird voll, dennoch war immer noch das eine oder andere Plätzchen frei. Das Anlanden mit dem Dingi geht problemlos. St. Peter Port ist sehr geschäftig, wir waren froh, dass es für uns avkeinen Grund gab dort anzulegen. Der Diesel ist tatsächlich supergünstig. Da macht tanken fast schon Spaß.

Für die Statistik: Longy Bay, Alderney – Havelet Bay, Guernsey – Moulin Huet Bay, Guernsey, 32 sm. In der Summe 1089 sm in der Segelzeit.

… und hier wie immer weiter Fotos.

→ No CommentsTags: ···

Kanalinseln: Alderney

Juli 18th, 2019 · Logbuch, Segelzeit

Am Nachmittag des 07. Juli ging es auch schon wieder weiter. Der Wind war günstig, das Ziel nah: Alderney, die nördlichste der Kanalinseln, sollte unser nächstes Ziel sein. Die Überfahrt gestaltete sich dann weitaus spannender, als wir uns das gewünscht hatten. War der Tag schon recht diesig, ging die Sicht gegen Abend, je näher wir der Insel kamen, immer weiter zurück. 3 Meilen vor Braye Harbour waren wir von dichtem Nebel umgeben. Die gewaltige Strömung zwischen Cap de la Hague und Alderney erforderte zudem in der leichten Brise Vorhaltewinkel von über 40°. Gut, dass wir technisch bestens ausgestattet sind, mit GPS, Radar und Navigationscomputer ließ sich das alles ganz gut handhaben.

So fuhren wir schließlich nach knapp 3 Stunden in Schleichfahrt in den Hafen von Alderney, von dem wir außer dem Radarbild auf dem Plotter so rein gar nichts sehen konnten. Irgendwann brach dann der erste Ankerlieger aus dem Nebel, den wir vorsichtig umrundeten um dann mit ausreichend Abstand den Anker zu werfen. Wir hatten den Ankerball noch nicht ganz gesetzt, als sich der Nebel zu lichten begann und wir endlich sehen konnten, wo wir gelandet waren. Typisch.

Alderney gefiel uns ausgesprochen gut, gern wären wir länger geblieben. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel, die Temperaturen waren angenehm, das Wasser, supersauber, lud zum baden ein. Nach zwei Tagen in Braye Harbour verlegten wir noch in die Longy Bay auf der Ostseite der Insel, wo wir weitere zwei Tage vor Anker lagen.

Hier noch einige Revierinfos: Braye Harbour bot viel Platz, Bojen und Ankerraum waren reichlich vorhanden. Der Tag am Anker kostete 5 GBP, der Dingi – Anleger bot reichlich Platz, die Sanitäranlagen waren voll in Ordnung. Das Einklarieren ist eine freundliche Formalität. Macht der Hafenmeister am Vormittag am Schiff, wobei er natürlich auch gleich den zuvor genannten Obolus kassiert. Zum nächsten Supermarkt sind es nur ca. 200 Meter.
In der Longy Bay liegen zwei Mouringtonnen mit der Aufschrift „private“ an der perfekten Ankerposition, etwas außerhalb liegt man aber auch noch ganz gut.

Für die Statistik: Omonville-la-Rogue – Braye Harbour, Alderney 18sm, Braye Harbour – Longy Bay 5sm. In der Summe 1057 sm in der Segelzeit.

Weitere Fotos findest du wie immer im Fotoalbum.

→ No CommentsTags: ·····